IKT-Grossprojekte des Bundes - Erkenntnisse und Massnahmen

Bern, 28.11.2014 - Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung einen Bericht über die Erkenntnisse und Massnahmen von IKT-Grossprojekten der Bundesverwaltung verabschiedet. Der Bericht basiert auf einer Analyse des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen. Dieses schlägt 14 Massnahmen vor, um in Zukunft Misserfolge von grossen IKT-Projekten zu verhindern. Diese sollen nun geprüft und in Abstimmung mit bereits ergriffenen Massnahmen umgesetzt werden. Im Sinne einer kurzfristig wirksamen Massnahme beauftragt der Bundesrat die Departemente mit einer Überprüfung von laufenden IKT-Grossprojekten.

Der Bundesrat wurde im Dezember 2013 mit den weitgehend wortgleichen Postulaten Eder (13.4062) und FDP-Liberale Fraktion (13.4141) gebeten, einen Bericht über die Misserfolge von IKT-Grossprojekten der Bundesverwaltung zu verfassen. Um eine unabhängige und fundierte Beurteilung zu gewährleisten, wurde das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen (IWI) beauftragt, IKT-Grossprojekte der Bundesverwaltung zu analysieren, daraus Lehren zu ziehen und Massnahmen vorzuschlagen. Nicht in die Analyse einbezogen waren die vom Bundesrat bestimmten IKT-Schlüsselprojekte, welche heute bereits im Rahmen des Finanzkontrollgesetzes von der Eidgenössischen Finanzkontrolle einer systematischen Überprüfung unterzogen werden.

Analysebericht des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen

Für die Berichterstattung hat das IWI 15 IKT-Grossprojekte analysiert. Bei allen untersuchten Grossprojekten haben schlechte Rahmenbedingungen wesentlich dazu beigetragen, dass sie in grosse Schwierigkeiten geraten sind. Das Institut hat zur Verbesserung insgesamt 14 Massnahmen vorgeschlagen, die drei Handlungsfelder für grosse IKT-Projekte betreffen. Im Handlungsfeld «Fundament» geht es um die Schaffung von Rahmenbedingungen, im Handlungsfeld «Triage» um die Freigabe und Verstärkung der Kontrolle, und im Handlungsfeld «Können» wird aufgezeigt, wie die Fähigkeiten zur Führung und Steuerung weiter entwickelt werden können. Der Bericht enthält zudem das Resultat einer ersten Evaluation und Bewertung dieser Massnahmen. Diese sollen in weiteren Schritten von der Bundesverwaltung detaillierter ausgearbeitet und in Abstimmung mit anderen Massnahmen umgesetzt werden.

Bericht des Bundesrates zu Erkenntnissen und Massnahmen von IKT-Grossprojekten

In seinem Bericht zeigt der Bundesrat auf, dass verschiedene der vom IWI empfohlenen Massnahmen bereits umgesetzt oder in Umsetzung begriffen sind. Der Bundesrat will jedoch alle vorgeschlagenen Massnahmen prüfen und in Abstimmung mit den bereits laufenden Massnahmen umsetzen. Dazu wird der Bundesrat seine Weisungen für die IKT-Schlüsselprojekte sowie jene für das IKT-Portfolio Bund bis Ende April 2015 überarbeiten. Um kurzfristig Wirkung auf die Steuerung der Grossprojekte zu erzielen, hat der Bundesrat die Departemente beauftragt, ihre laufenden IKT-Projekte mit einem Gesamtaufwand von über 5 Millionen Franken nach einem einheitlichen Analyseraster des IWI bis Januar 2015 einmalig zu überprüfen. Das Eidgenössische Finanzdepartement wird dem Bundesrat einen  konsolidierten Ergebnisbericht im Rahmen des strategischen Controllings unterbreiten.


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Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung des Bundes ISB
Tel. 058 465 98 98, peter.fischer@isb.admin.ch



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Letzte Änderung 03.10.2015

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