Rechenzentren-Verbund

Heute wird die Bundesinformatik in zahlreichen kleineren Rechenzentren (RZ) an verschiedenen Standorten betrieben. Im Gegensatz zu einem grossen Rechenzentrum verbrauchen mehrere kleinere Zentren grundsätzlich mehr Energie, um die gleiche Rechen- und Speicherkapazität bereitzustellen.

Departementsübergreifendes Konzept

Gestützt auf der IKT-Strategie des Bundes 2012-2015 haben die zivilen und militärischen Leistungserbringer des Bundes gemeinsam ein departementsübergreifendes Konzept für einen RZ-Verbund erstellt. Mit diesem Verbund wird die heute heterogene RZ-Landschaft der gesamten Bundesverwaltung und der Armee so angepasst, dass die zukünftigen Anforderungen bezüglich Kapazität, Sicherheit und Verfügbarkeit, wo nötig auch in Notlagen und Krisen, so wirtschaftlich wie möglich erfüllt werden. Um den steigenden Bedürfnissen an Rechenkapazität gerecht zu werden, werden die Rechenzentren modulartig geplant und realisiert.

Vier Rechenzentren im Verbund

Der vom Bundesrat am 2. Juli 2014 beschlossene RZ-Verbund umfasst insgesamt vier RZ: Nebst der Erneuerung und Instandhaltung eines zivilen Rechenzentrums im Raum Bern und den zwei militärisch geschützten Zentren soll ein nach zivilen Anforderungen gebautes Rechenzentrums, das sowohl zivil als auch militärisch genutzt wird, neu in Frauenfeld gebaut werden. Mit der Projektleitung für die Planung und den Bau dieses gemeinsamen Rechenzentrums namens CAMPUS hat der Bundesrat die armasuisse im VBS betraut. Das neue Rechenzentrum soll den Betrieb im Jahr 2020 aufnehmen.  

Bau und Umzug ins RZ CAMPUS

Der Umzug der IKT-Infrastruktur und -Systeme in das RZ CAMPUS erfolgt schrittweise. Ab 2019 wird in Frauenfeld die für den Bezug notwendige IKT-Infrastruktur für das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT), Informatik Service Center EJPD (ISC-EJPD) und Informatik Service Center des WBF (ISCeco) aufgebaut. Dann folgt der schrittweise Umzug der Anwendungen sowie der Rückbau der in diesem Schritt abgelösten RZ, welche nicht mehr im Verbund vorgesehen sind. Für dieses Vorhaben hat der Bundesrat am 22. Februar 2017 die Botschaft für einen Gesamtkredit im Umfang von 41,2 Millionen Franken verabschiedet.
Die IKT-Leistungserbringer Führungsunterstützungsbasis (FUB) des VBS und die IT-EDA werden zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls in diesen RZ-Verbund integriert.

Betriebsmodell RZ-Verbund

Das ebenfalls am 22. Februar 2017 vom Bundesrat verabschiedete Betriebsmodell «RZ-Verbund Zielbild 2020» regelt, welche bundesinternen IKT-Leistungserbringer künftig welche IKT-Infrastrukturdienste wie Hardware, Betriebssysteme und Speicher im Rechenzentren-Verbund erbringen, so dass Synergien optimal genutzt werden. Das Betriebsmodell gibt zudem vor, dass nebst den vier Rechenzentren des Verbundes keine weiteren Rechenzentren mehr gebaut, erweitert oder modernisiert werden dürfen.

Ein wichtiger Faktor: Energie-Effizienz

Rechenzentren sind grosse Energieverbraucher, die Leistungen im Megawattbereich umsetzen. Die geplanten RZ werden mehrere Megawatt verbrauchen. Das Thema Energie hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, da Strom immer teurer wurde und das Umweltbewusstsein allgemein zugenommen hat. Deshalb werden die RZ nach strengen Vorgaben energieeffizient geplant, zum Beispiel unter Berücksichtigung moderner Kältetechnologien. Zudem drängt sich ein Wärmenutzungskonzept für die Weiterverwendung der Abwärme der RZ auf. Die Bundesverwaltung hat bei der Auswahl der Standorte diesem Aspekt Rechnung getragen. Bei jedem neuen RZ wird mit den entsprechenden Behörden geprüft, ob die Abwärme sinnvoll – zum Beispiel zur Heizung von Gebäuden – weiterverwendet werden kann.

 

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 22.02.2017

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